PAS-Coaching für entfremdete Eltern, deutschlandweit

Dienstag, 8. Dezember 2020

Lesetipps rund um das Thema Eltern-Kind-Entfremdung (PAS)

Warum lesen, wenn es einen ohnehin schon genug belastet?

Der Erfolg der PAS/EKE-Gegenmaßnahmen hängt nicht zuletzt vom umfangereichen Wissen der betroffenen Elternteile ab - aber auch vom Wissen ihrer Anwälte, Verfahrensbeistände, Richter:innen, etc. Ich empfehle allen Elternteilen, sich möglichst umfangreiches Wissen anzueignen, um die Thematik bestmöglich zu überblicken und den entsprechenden Beteiligten sachliche Impulse zu liefern, die auch handfest belegt werden können.
Die Entfremdung eines Kindes ist ein Prozess, an dem nicht das Kind allein, sondern in der Regel ein Netz aus primären und sekundären Entfremder:innen beteiligt ist. Zu den primären Entfremder:innen gehören Elternteile und alle Menschen, die das Kind direkt bewusst oder unbewusst beeinflussen - meist handelt es sich hierbei um Familienmitglieder oder enge Bezugspersonen. Zu den sekundären Entfremder:innen gehören Menschen aus dem sozialen Umfeld des Kindes, die die Entfremdung des Kindes zwar wahrnehmen, jedoch nicht eingreifen oder den entfremdenden Elternteil (hier auch wieder: bewusst oder unbewusst) aktiv bei der Entfremdung unterstützen.

Hierzu können Lehrer:innen, Nachbarn:innen, Mitarbeiter:innen der Jugendämter, und sogar Verfahrensbeistände oder andere Personen aus dem Kreis der Entscheidungsträger zählen.
Man kann also von aktiver und passiver Eltern-Kind-Entfremdung sprechen, die sich jeweils auf der bewusster oder unterbewusster Ebene abspielen können.

Erwachsene, die ihre Kinder entfremden oder durch unterlassene Hilfeleistung die Entfremdung dulden, leiden häufig selbst an diversen psychischen Problematiken, die ihren Ursprung in der Kindheit einer solchen Person haben können. Insbesondere bei entfremdenden Elternteilen können dem Verhalten traumatische Erlebnisse zugrunde liegen wie Gewalt - körperlich, sexualisiert, psychisch/emotional, diverse Konflikte, Suchtproblematik im Elternhaus, die zu verschiedenen psychischen Leiden führen können - beispielseweise zu Depressionen oder Borderline. Dieselben Erfahrungen können das Verhalten der sekundären Entfremder:innen beeinflussen.
Um das Thema Eltern-Kind-Entfremdung umfassend zu begreifen, ist es von Bedeutung, nicht nur die kinderpsychologischen Aspekte zu berücksichtigen, sondern auch das entfremdende Umfeld zu studieren, um dem Phänomen wirksam zu begegnen. Es ist auch empfehlenswert, neueste Entwicklungen, Forschungs- und Umfragergebnisse auf diesem Gebiet zu verfolgen, wie beispielsweise der aktuelle Lagebericht des Verbandes für Getrennterziehen "Papa Mama Auch".

Die nachfolgende Liste wurde in alphabetischer Reihenfolge zusammengestellt und  umfasst ein breites Spektrum an Literatur, die einige Bereiche rund um das Thema Eltern-Kind-Entfremdung abdeckt.

Leseempfehlungen.

Andritzky, W. (2005): Kinderpsychiatrische Atteste im Umgangs- und Sorgerechtsstreit – Ergebnisse einer Befragung. Praxis der Kinderpsychiatrie und Kinderpsychologie.

Andritzky, W.: „Parental Alienation Syndrome. Nicht instrumentalisieren lassen“, https://www.aerzteblatt.de/archiv/35550/Parental-Alienation-Syndrome-Nicht-instrumentalisieren-lassen#literatur , Abruf vom 20.12.2019.

Andritzky, W.: Verhaltensmuster und Persönlichkeitsstruktur entfremdender Eltern: Psychosoziale Diagnostik und Orientierungskriterien für Interventionen.   Psychotherapie in Psychiatrie, Psychotherapeutischer  Medizin und Klinischer Psychologie 2002; 7: 166–182.

Andritzky, W.: Zur Problematik kinderärztlicher Atteste   bei Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten. Mit   Ergebnissen einer Befragung. Kinder- und Jugendarzt   2002; 33: 885–889.

Boch-Galhau, Gardner (2010): Das elterliche Entfremdungssyndrom (Parental Alienation Syndrome /PAS): Anregungen für gerichtliche Sorge- und Umgangsregelungen. Eine empirische Untersuchung.

Boch-Galhau (2012): Parental Alienation und Parental Alienation Syndrom/Disorder: eine ernst zu nehmende Form von psychischer Kindesmisshandlung – mit Fallbeispielen.

Clawar SS, Rivlin BV: Children Held Hostage: Dealing  with Programmed and Brainwashed Children. Chicago: American Bar Association 1991.

Dammann/Janssen (2007): Psychotherapie bei Borderline-Störungen.

Dettenborn (2014): Kindeswohl und Kindeswille: Psychologische und rechtliche Aspekte.

Eckhardt-Henn/Spitzer (Hrsg.) (2017): Dissoziative Bewusstseinsstörungen: Grundlagen, Klinik, Therapie.

Felder W, Hausheer H: Drittüberwachtes Besuchsrecht. Die Sicht der Kinderpsychiatrie zum BGE 119, Nr. 41 Z des Bernischen Juristen Vereins 1993; 129: 698–706.

Flöttmann (2015): Angst: Ursprung und Überwindung.

Fthenakis W: Kindliche Reaktionen auf Trennung und   Scheidung. Familiendynamik 1995; 20: 127–154.

Gardner R: Family Threapy of the Moderate Type of    Parental Alienation Syndrome. American Journal of    Family Therapy 1999; 27: 195–212.

Gardner R: The Parental Alienation Syndrome – A Guide für Mental Health and Legal Professionals. New York: Creative Therapeutics 1998.

Gast/Wirtz (2016): Dissoziative Identitätsstörung bei Erwachsenen

Hövel (2003): Liebe Mama, böser Papa. Eltern-Kind-Entfremdung nach Trennung und Scheidung: Das PAS-Syndrom.

Klenner W: Rituale der Umgangsvereitelung bei getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern. Fam RZ 1995; 42: 1529–1535

Kodjoe U, Koeppel P: Früherkennung von PAS – Möglichkeiten psychologischer und rechtlicher Interventionen. KindPrax 1998; 5: 138–144.

Kunkel G: Die Beziehungsdynamik im Familienrechtskonflikt. Untersuchung der Streitmuster bei strittiger  elterlicher Sorge- und Umgangsregelung. Eberhard-  Karls-Universität Tübingen 1997, Dissertation.

Lack-Hammersfahr (2019): Psychologische Gutachten im Familienrecht: Handbuch für die rechtliche und psychologische Praxis.

Lemp/Schütze/Köhnken (2003): Forensische Psychiatrie und Psychologie des Kindes- und Jugendalters.

Leuzinger-Bohleber (2016): Migration, frühe Elternschaft, und die Weitergabe von Traumatisierungen. Das Integrationsprojekt >>Erste Schritte<<.

www.papa-mama-auch.de (2020): Der Große Zustandsbericht zur Lage im Familienrecht, Deutschland 2020/2021, Zugriff am 08.12.2020

Rotax (2008) Psychisch kranke Eltern im Familiengericht;  https://www.thueringen.de/imperia/md/content/tmsfg/abteilung4/dokumentationzurfachtagung/vortrag_rotax.pdf, Zugriff am 24.03.2020.

Rösel (2011): Mit zerbrochenen Flügeln: Kinder in Borderline-Beziehungen.

Satir, V. (2018): Selbstwert und Kommunikation

Simchen (2016): Esstörungen und Persönlichkeit: Magersucht, Bulimie und Übergewicht - Warum Essen und Hungern zur Sucht werden.

Vestal A: Mediation an Parental Alienation Syndrome. Considerations for an Intervention Model. Family and Conciliation Courts Review 1999; 37: 487–503.

Walsh M, Bone J: Parental Alienation Syndrome: an Age Old Custody Problem. Florida Bar Journal 1997;    6: 93–96

  Warshak RA: Remarriage as a trigger of parental alienation syndrome. The American Journal of Family Therapy 2000; 28: 229–241.

"Weil du mir gehörst" (2020)  FFP New Media GmbH im Auftrag des SWR für Das Erste

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"Lasst uns bös' und garstig sein" . Oder: "Und Weihnachten kriegst du das Kind erst recht nicht!"



Eltern-Kind-Entfremdund, Parental Alienation, EKE, PAS, Umgangsboykott, Rosenkrieg, Scheidung, Trennung mit Kind, Erziehung 

"Mein*e Mama/Papa macht es aber besser!" Oder: Warum Kinder ihre Entfremder*innen glorifizieren.



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